Schülerzeichnungen aus dem 7. Jahrgang 2012

Geboren am 27. September 1894 wächst Otto Nagel in eine Familie, in der Kargheit und Armut herrschen, auf. Er spürt in seiner grauen, rauen Umgebung eine frühe Sehnsucht nach Farben.

1908 beginnt er eine Lehre als Glasmaler und im gleichen Jahr tritt er der Sozialistischen Arbeiterjugend bei. Als Mitglied der „Arbeiterjugend“ geht er am 1. Mai nicht zur Arbeit, sondern schließt sich den feiernden und demonstrierenden Glasern an. Daraufhin erhält er eine Ohrfeige vom Meister. Aber Otto Nagel lässt sich diese Beleidigung nicht gefallen, bricht die Lehre ab und geht als Arbeiter in die Fabriken.

Im Jahr 1917 muß Nagel in den Krieg ziehen. Nach der Rückkehr wird er Mitglied der KPD. Er geht erneut in die Betriebe und malt nun sozialkritische Themen und kann bereits 1921 seine eigene Ausstellung eröffnen.

1927 malt Otto die „Parkbank“. Dieses Bild steht unter der großen Überschrift „Aus dem Leben eines Großstadtmenschen“.

Während der Amtszeit der Nationalsozialisten sind von seinen rund 650 Werken mehr als ein Drittel durch die Aktion „Entartete Kunst“ verloren gegangen.

Nach 1949 kollidiert Otto Nagel, wie auch andere Künstler, mit der Forderung der DDR-Staatsmacht, die Kunst solle vor allem positive Impulse vermitteln. Während seiner Zeit als Präsident der Akademie der Künste bemüht er sich in selbstquälerischer Art und Weise um Ausgleich und Kompromiss. Schließlich unterwirft er sich 1962 dem Diktat der SED und tritt aus „gesundheitlichen Gründen“ von seinem Amt zurück.

Von 1951 bis zu seinem Tod im Jahr 1967 lebte der Maler Otto Nagel in der „Villa Conrad“ in der Biesdorfer Königstraße 5-6, die 1968 zu Ehren des Künstler in die Otto-Nagel-Straße umbenannt wurde.

Posthum wurde er zum 79. Ehrenbürger der Stadt Berlin am 04. Februar 1970 benannt.

Gedenktafel am ehemaligen Wohnhaus des Malers in der Otto-Nagel-Straße

Gedenktafel_Otto_Nagel_26_10_2013